Vom 31. August bis 18. September 2012 stand die Musik wieder im Mittelpunkt in Berlin, denn das Musikfest hatte wieder einiges zu bieten. Es kamen rund 36.000 Besucher zu den 25 Veranstaltungen des Musikfest Berlin und freuten sich. Das Ganze wurde von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker veranstaltet und hier traten nur die Größten auf, so auch Berlins große Orchester, wie das Mahler Chamber Orchestra mit Kent Nagano, das St. Louis Symphony mit David Robertson, das London Symphony Orchestra mit Michael Tilson Thomas, das BBC Symphony Orchestra mit John Adams und das Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam mit Mariss Jansons in der Philharmonie.

Am 16.09.2012 gaben der „große musikalische Poet Amerikas“ Elliott Carter und Anton Bruckner mit ihrer gewaltigen 9. Symphonie ein Konzert.
Außerdem spielten Solisten der Berliner Philharmoniker und Gäste Kammermusik, die in der Neuen Welt entstanden ist, und halfen damit Japan. Der Erlös ging an ein Kinderorchester in der Präfektur Fukushima. Hier war auch Musik zu hören von Dvoƙák bis Carter, von Schönberg bis Piazzolla und von Cage bis Bacharach.

In Berlin-Kreuzberg wurde derweil an drei unterschiedlichen Veranstaltungsorten mit drei verschiedenen Dirigenten das vielfältige Spektrum der Chormusik aus den USA präsentiert. Es waren Stücke zu hören von frühen Werken Charles Ives’ bis zu neuesten Werken amerikanischer Komponisten aus der Moderne.

Und auch Sir Simon Rattle dürfte einigen Musikbegeisterten ein Begriff sein. Er dirigierte Gershwins große amerikanische Oper Porgy and Bess nun in Berlin. Hier trafen die Berliner Philharmoniker auf den Cape Town Opera Voice of the Nation Chorus und einem herausragenden Solistenensemble mit Measha Brueggersgosman und Sir Willard White in den Titelpartien.

Am 12.09.2012 gingen Musik und Politik Hand in Hand, denn John Cage funktionierte den Kammermusiksaal der Philharmonie zum Apartment House. Das Ensemble Modern präsentierte unterschiedliche Werke, so auch Musik aus der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges und protestantische, sephardische, indianische und afroamerikanische Gesänge.

Vorher präsentierte mit Nixon in China der Amerikaner John Adams eine der erfolgreichsten Opern des 20. Jahrhunderts. Das Ganze ist ein modernes Zeitstück und gleichzeitig ein historisches Drama, eine Reportage und Dokumentation.

Und so wurde hier immer wieder etwas für die Ohren und damit für die Seele geboten und das betört nicht nur Musikkenner, sondern hier kann sich jeder einmal fallen lassen und die Realität vergessen. Und weil Musik in Berlin eh großgeschrieben wird, kann man sich nicht vorstellen, dass das Musikfest je ausfallen würde. Also gehört das Musikfest genauso zu Berlin wie alles andere, das Berlin so besonders und vielseitig macht.